Gesicht für Gesicht - Erding Erinnert

Lebendige Erinnerung braucht Aktivität

In den Personalakten des Arbeitsamts Erding-Dorfen im Staatsarchiv München schlummern ca. 2.449 Personalkarteien mit Erkennungsbildern. Diese Bilder waren Teil einer polizeilichen Maßnahme für die sog. „Ostarbeiter“ und „Ostarbeiterinnen“, um sie im Fluchtfall finden zu können.

Die Nationalsozialisten betrachteten diese Gruppen auf der untersten Stufe der „Rassenskala“, was sich auch im Alltag widerspiegelte.

Diese Fotos entstanden also allein zu einem Zweck: zur Kontrolle. 

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Diese Logik gilt es umzukehren und zu durchbrechen. Das ist das Ziel der Kampagne. Als Grundlage dient dafür das erste digitale Denkmal im Landkreis.

Gesicht für Gesicht

Die erste Etappe für das Projekt ist bereits am 1. Mai 2020 erreicht worden. Dank kollektiver Anstrengung haben ehrenamtliche Helfer*innen händisch die biographischen Daten aller 4.200 Personen digitalisiert und auf dem Portal www.erding-geschichte.de öffentlich gemacht. 

Bis zum 1. Mai 2021 geht das Projekt nun in die nächste Phase: Bis dato sollen die “Fahndungs-” oder Erkennungsfotos jener „Arbeitssklaven“ publiziert werden, damit mindestens die Hälfte dieser Namen ein “neues” Gesicht bekommt. Damit dieses Vorhaben gelingen kann, brauchen wir Ihre Unterstützung.

Heute blicken Politiker und Vereine vor Ort auf die Vergangenheit zurück, um das erfahrene Leid der eigenen Eltern und der Großeltern in den Mittelpunkt zu stellen. Was ist aber mit den insgesamt über etwa achttausend Zivilist*innen, die während des Krieges in die Dörfer und Märkte des Landkreis Erding gebracht und hier zur Arbeit gezwungen wurden? 

Die Arbeitskarten verraten unter Anderem, dass über 518 Zwangsarbeiter*innen im Lager Eichenkofen wohnten und am Fliegerhorst arbeiteten. Dreißig wagten einen Fluchtversuch, um den Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort zu entfliehen.

53211512_1607690084213916_r.jpeg(Das Gemeinschaftslager in Eichenkofen wo 1940-1945 über 518 Zwangsarbeiter*innen unter elendsten Bedingungen hausten - Museum Erding)
 
Die existierenden Denkmäler im Landkreis lassen die Namen der Zwangsarbeiter*innen außen vor.

Sollten auch nicht sie einen öffentlichen Platz finden?


Die Timeline

1. Schritt: Abtippen der Arbeitskarten im Staatsarchiv in München (abgeschlossen März 2020)

2. Schritt: Säubern und Hochladen der Daten (abgeschlossen Mai 2020)

3. Schritt: Erstellung einer interaktiven Karte aller in den Städten und Orten des Landkreises (voraussichtlich Februar 2021)

4. Schritt: Auftrag an das Staatsarchiv München zur Digitalisierung aller Arbeitskarten mit Bildern (Beginn Februar 2021)

5. Schritt: Auftrag an die Agentur Medienstürmer über die Lagerung der Bilder (Beginn Februar 2021)

6. Schritt: Release der Bilder zum Tag der Ankunft der US-Armee in Erding (geplant zum 1. Mai 2021)

Dank den Errungenschaften des Internets können Sie heute, von der Couch aus, einen Beitrag leisten, damit auch im Landkreis Erding die aktive Erinnerung an NS-Opfer Teil der lokalen Erinnerungskultur ist.

Ich freue mich über Ihr Engagement,

Giulio Salvati


Mehr Infos unter www.erding-geschichte.de
  • Sara Melchior 
    • €50 
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  • Helmut Baumgartner 
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Organisator

Giulio Salvati 
Organisator
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