Plötzlich querschnittsgelähmt mit 21-was jetzt?

Liebe Leserinnen und Leser,

ich wende mich wegen meines Neffens André an Euch, der im August erst
21 Jahre alt geworden ist.
Durch einen sehr schweren, unverschuldeten Autounfall ist er ab der Brust
abwärts gelähmt, auch die Hände kann er nicht mehr bewegen.
Da die Berufsgenossenschaft den Fall abgelehnt hat, obwohl dieser auf dem Weg zum Studienort passiert ist, rollt auf die Familie eine riesige Kostenwelle zu.

Die Wohnung meines Bruders und seiner Frau im ersten Stock muss komplett umgebaut und eine Möglichkeit für André geschaffen werden, dorthin zu gelangen.
Zusätzlich werden viele Hilfsmittel benötigt, die ihm das Leben erleichtern und
ihm eine gewisse Eigenständigkeit zurückgeben können, die aber immens teuer
sind.

André wird noch Monate in der Klinik bleiben müssen.
Er gibt sich aber nicht auf, sondern geht jeden Tag bis an die Grenze des
Möglichen, um sich auf ein weitestgehend eigenständiges Leben vorzubereiten.
Deswegen wende ich mich an die Öffentlichkeit.

Wir freuen uns über jede Zuwendung -egal welcher Betrag - aber auch darüber,
wenn ihr den Link teilt. 

Nehmt Euch bitte die Zeit, über Andrés persönliches Schicksal aus seiner Sicht zu lesen:
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Donnerstag, 4. Juni 2020 A1, schlechte Sicht, Berufsverkehr, 7:00 Uhr:
Ich befand mich auf der Fahrt von Hennef Richtung meines Studienortes
Greifswald, wo am gleichen Tag in der Uni in meinem Studienfach Jura eine
wichtige Vorlesung stattfinden sollte.
7.05 Uhr:
Ohne jegliche Vorwarnung war jetzt alles anders in meinem Leben.
Ich bin dieses Jahr noch Ski gefahren, habe Wanderung unternommen, drei Tage
vorher in meinem Minijob gearbeitet, mit dem ich mein Studium finanziere und
am Vortag habe ich noch stundenlang am Klavier ein neues, schweres Stück
einstudiert.
Jetzt bin ich ab dem sechsten Halswirbel querschnittsgelähmt,
ein sogenannter Tetraplegiker.

Nach Auskunft eines Zeugen fuhr ich völlig unauffällig mit der erlaubten
Geschwindigkeit auf der rechten Fahrspur der Autobahn. Im letzten Moment
bevor ich mit dem Auto unter den vor mir stehenden LKW Auflieger gefahren bin, muss ich wohl noch abgebremst und nach links gesteuert haben.
Das und die Hilfe durch den Zeugen und drei LKW Fahrer haben mir wohl das
Leben gerettet. Die Kante des Aufliegers befand sich nur wenige Zentimeter von meinem Gesicht entfernt und der Wagen fing bereits an zu qualmen.
Da mein Kopf seitlich seltsam herab hing und baumelte, hatte man zunächst
gedacht, ich sei bereits tot. Bis ich mich bewegt und versucht habe, meinen Kopf mit den Händen zu erreichen.
Bis zum Eintreffen des Rettungswagens haben die Retter meinen Kopf eine halbe Stunde lang gehalten. So lange dauerte es, bis der Rettungswagen wegen
fehlender Rettungsgasse vor Ort war.
Ich sei ansprechbar gewesen und konnte erklären, dass ich auf dem Weg zu
meinem Studienort war. Ich selber habe an die Details des Unfallhergangs
keinerlei Erinnerung und weiß darüber nur aus Erzählungen.
Meine Erinnerung setzt erst da wieder ein, wo ich nach der OP im Klinikum
aufgewacht bin.

Die Situation war für mich unwirklich. Ich glaubte mich in einem Albtraum zu
befinden, aus dem ich jeden Moment aufwachen müsste.
Langsam begann ich zu realisieren, welche körperlichen Unzulänglichkeiten
damit einhergingen und welche einschneidenden Veränderungen nun auf mich
zukommen sollten. In der ersten Reaktion soll ich gesagt haben: Ich will keine
Belastung sein, wenn es unerträglich wird, bringt mich in die Schweiz.

Die Bilder von der OP, die Schilderung und Blicke des behandelnden Arztes
waren eindeutig: Ich bin ein Tetraplegiker.
Das bedeutet in meinem Fall, dass ich zwar teilweise meine Arme und
Handgelenke bewegen kann, jedoch nicht die Finger, ebenso fehlt die
Rumpfmuskulatur. Ein absoluter Horror für mich und meine Familie.

Ich war völlig niedergeschlagen, deprimiert und frustriert, stellte mir die Frage,
ob mir das Leben so überhaupt noch positive Dinge bereit halten könnte.
Welchen Wert hat mein Leben, das mir jeden Tag vor Augen führt, was alles von
jetzt auf gleich nicht mehr geht, welche Ziele nun völlig unerreichbar sind und
welche Träume ich nicht mehr realisieren kann.
Diese Gedanken, durch Medikamente ausgelöste Halluzinationen, sowie
Albträume bestimmten den Alltag auf der Intensivstation.

Wochen später wurde ich auf die Normalstation verlegt. Dort musste ich noch
einige Zeit im Bett verbringen.
Nach und nach lernte ich andere Patienten kennen, die meine Diagnose und
Läsionshöhe teilten, deren Unfall jedoch bereits weiter zurück lag. Ich
beobachtete, welche Fortschritte sie bereits gemacht und welche Etappenziele
sie im Rahmen der Therapie erreicht hatten und welchen Mut sie daraus
geschöpft haben. Das spornte mich an.
Auch ich sammelte nach und nach erste Glückserfahrungen: sei es, dass ich lernte mich mit Hilfsmitteln selbstständig zu ernähren, mich aktiv im Rollstuhl zu
bewegen, wieder ein Glas Wasser zu halten und das Wichtigste, wieder
selbstständig atmen zu können.
Zwar bin ich noch weit davon entfernt, den Alltag souverän meistern zu können,
jedoch ermutigen mich die erreichten Fortschritte, weiter zu machen. Ich habe
auch Hoffnung, einige meiner bisherigen Leidenschaften noch einigermaßen
ausleben zu können.

Hierbei bin ich in den meisten Fällen jedoch auf teure Hilfsmittel angewiesen.
Sei es die Auswahl eines richtigen Rollstuhles, ein Zugsystem für längere
Strecken, ein E-Rollstuhl für unwegsames Gelände, Liftsysteme zur
Überwindung von Hindernissen, irgendwann ein speziell umgebautes Auto bis hin zu alltäglichen Dingen, wie eine Halterung für Zahnbürste, Messer und Gabel.
Unter Umständen endet ein Urlaub bevor ich in ein Fahrzeug zur Abreise
gestiegen bin, meine Tour durch die Stadt am nächsten Bordstein oder das
Betreten eines Hauses an der Treppe.

Es entspräche nicht der Wahrheit, wenn ich sagen würde, dass Gedanken voller
Selbstzweifel, Ernüchterung und Traurigkeit keine Rolle mehr spielen.
Dennoch begegne ich diesen Gedanken mit Rationalität und führe mir vor Augen, dass diese letztlich ohne jede Konsequenz bleiben, sie führen zu nichts.
Ich versuche das Beste aus jedem Tag heraus zu holen, mit Optimismus in den Tag zu starten, auch wenn es einiges an Zeit in Anspruch nehmen mag.
Diesen langwierigen Prozess möchte ich mit Tatkraft und immer neu gesetzten
Etappenzielen bewältigen.
Mein Ziel ist es, möglichst eigenständig leben zu können, einen herausfordernden Beruf zu erlernen und mich möglichst viel in der Natur aufhalten zu können.
Dafür möchte ich kämpfen.











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Organisator und Spendenbegünstigter

Inge Klösges 
Organisator
Troisdorf, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
André Duevell 
Spendenbegünstigte
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